Das rechte Maß der Aufopferung – ein mittelalterlicher Ratschlag

„ich hôrte ie daz sprechen:
swer den andern vreuwet sô,
daz er selbe wirt unvrô,
und swer den andern kroenet
und sich selben hoenet,
der triuwen sî joch ze vil.“*

„Ich habe das immer sagen hören:
Wer den andern so sehr erfreut,
dass er selber unglücklich wird;
und wer den andern krönt
und dabei sich selbst erniedrigt,
der sei viel zu treu.“

Ein kleiner Aufruf an alle, die wieder einmal aus lauter Liebe zu anderen auf sich selbst vergessen haben – verfasst von dem Bestseller-Autor Hartmann von Aue vor rund 830 Jahren! Auch in diesem mittelalterlichen Werk ist es, wie so oft, ein junges Mädchen, das ein ganz besonderes Opfer für einen Mann namens Heinrich bringen will, den es doch so sehr verehrt … aber lest selbst! 😉
(* Ursula Rautenberg Hrsg., Der arme Heinrich. Hartmann von Aue. Stuttgart 1993. V 822 – 827)

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