Übung macht den Meister – Ein mittelalterlicher Ratschlag

„ouch sî iu daz fur wâr geseit:
ez lêret diu gewonheit
einen zagehaften man
daz er getar unde kan
baz vehten danne ein kuener degn
der es niht hât gepflegn.“*

„Auch sei euch das gesagt:
Es lehrt die Gewohnheit
einen zögerlichen Mann,
dass er mutiger wird und besser
kämpfen kann, als ein kühner Ritter,
der es nicht geübt hat.“

Hier eine kleine mittelalterliche Aufmunterung an alle, bei denen es wieder einmal nicht so ganz geklappt hat: Hartmann von Aue sagt Übung macht den Meister! Ganz nach dem Motto – versagen kann man nur, wenn man aufhört, es zu versuchen. Also woran auch immer du momentan scheiterst, gib nicht auf, sondern übe dich darin, dann übertriffst du selbst den kühnsten Recken!

Aus jedem Scheitern lernst du dazu, sieh Rückschläge als Lernstunden, die dich ein Stückchen weiter zu den Sternen tragen! 😁 ⭐️

 

*(Rüdiger Krohn Hrsg., Iwein. Hartmann von Aue. Stuttgart 2012. V 6997 – 7002)

Share on FacebookShare on Google+Pin on PinterestTweet about this on TwitterEmail this to someone

Rezension zu David Safier: Plötzlich Shakespeare

ZWEI SIND EINER ZU VIEL!
Wenn Mann und Frau sich das Leben teilen, ist das ja schon schwierig. Aber wenn Mann und Frau sich auch noch ein und denselben Körper teilen müssen, dann ist das Chaos perfekt! Die liebeskranke Rosa wird per Hypnose in ein früheres Leben versetzt. In den Körper eines Mannes, der sich gerade duelliert: William Shakespeare. Wir schreiben das Jahr 1594, und Rosa darf erst wieder zurück in die Gegenwart, wenn sie herausgefunden hat, was die wahre Liebe ist. (Auszug aus dem Klappentext David Safier, Plötzlich Shakespeare)

Amüsanter Zeitvertreib für Freunde derben Humors!

David Safier entführt eher weniger als mehr historisch korrekt ins England des 16. Jahrhunderts, was der humoristischen Unterhaltung aber keinen Abbruch tut. Auch wenn die Story erst ein wenig Anlauf nehmen muss, um in Schwung zu kommen, so ist man am Ende doch froh, dieses Buch gelesen zu haben.

Ein Zeitvertreib nicht für stressige Zeiten im Leben aber eine willkommene Abwechslung, wenn man gerade ein paar Mußestunden zur Verfügung hat.

Das Konzept Zwei-Geister-ein-Körper ist sehr gekonnt umgesetzt, die Dialoge zwischen Rosa und William sind meiner Meinung nach das beste am Buch, das Ende fast ein bisschen vorhersehbar, aber dennoch einfach schön! 😉

Für alle Schreibinteressierten: Erfrischend an Safier ist, dass er sich kein Blatt vor den Mund/die Tastatur nimmt und er den Großbau seiner Geschichten sehr schön umsetzt, da sitzt jede Szene wo sie sein soll! Kompliment, das ist nichts Einfaches!

Share on FacebookShare on Google+Pin on PinterestTweet about this on TwitterEmail this to someone

Von der Kunst des rechten Träumens

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, ob du richtig träumst? Ob das, was du so sehr erstrebst überhaupt Sinn macht?

Meist hinterfragen wir unsere Wünsche, wenn sie nicht so recht klappen wollen – wir zweifeln, orientieren uns um oder futtern eine ganze Schachtel Karamell-Waffeln auf – in der Hoffnung, dass wir dadurch eine klare Antwort auf unsere Frage erhalten:

Ist das überhaupt richtig, was ich hier tue?

Meine Lebenserfahrung hat mich gelehrt, dass wir unsere Entscheidungen zwar durchaus logisch auseinandernehmen und zer-denken können, im Endeffekt aber bei jedem Menschen das Bauchgefühl regiert. Diese Bauchentscheidungen lassen unsere Freunde oder Familienmitglieder in unseren Augen oft verwirrt oder sogar dumm erscheinen, sie sind aber notwendig.

Zum Glück haben viele Menschen keine Schwierigkeiten sich zu entscheiden und wissen instinktiv, was sie wollen. Und jetzt kommt der Punkt: Die eigenen Träume zu hinterfragen bringt eine notwendige Kursanpassung aber selten eine Aufgabe des Traumes, da wir einfach wissen, dass dieser Traum alles für uns ist. Er ist aus dem Bauchgefühl heraus entstanden und wird dort bis zur Erfüllung bleiben. Höre also nie auf, dich selbst zu unterstützen und nutze Krisen als Ansporn, um eine neue Taktitk auszuprobieren oder eine kleine Kurskorrektur durchzuführen. Dein Traum gibt dich nicht auf, also gib du ihn auch nicht auf.

Versagen kannst du erst, wenn du aufhörst es zu versuchen!

Hat das große Ziel noch nicht geklappt, dann suche dir ein Etappenziel bis dorthin. Einen Weg geht man Schritt für Schritt – setze deinen ersten heute!

Share on FacebookShare on Google+Pin on PinterestTweet about this on TwitterEmail this to someone

Das rechte Maß der Aufopferung – ein mittelalterlicher Ratschlag

„ich hôrte ie daz sprechen:
swer den andern vreuwet sô,
daz er selbe wirt unvrô,
und swer den andern kroenet
und sich selben hoenet,
der triuwen sî joch ze vil.“*

„Ich habe das immer sagen hören:
Wer den andern so sehr erfreut,
dass er selber unglücklich wird;
und wer den andern krönt
und dabei sich selbst erniedrigt,
der sei viel zu treu.“

Ein kleiner Aufruf an alle, die wieder einmal aus lauter Liebe zu anderen auf sich selbst vergessen haben – verfasst von dem Bestseller-Autor Hartmann von Aue vor rund 830 Jahren! Auch in diesem mittelalterlichen Werk ist es, wie so oft, ein junges Mädchen, das ein ganz besonderes Opfer für einen Mann namens Heinrich bringen will, den es doch so sehr verehrt … aber lest selbst! 😉
(* Ursula Rautenberg Hrsg., Der arme Heinrich. Hartmann von Aue. Stuttgart 1993. V 822 – 827)

Share on FacebookShare on Google+Pin on PinterestTweet about this on TwitterEmail this to someone

Der Fluch der ersten Seite!

Heute mal ein wirklich ernstes Thema, das uns alle irgendwann einmal betrifft:

Und zwar geht es diesmal um den FLUCH DER ERSTEN SEITE!

Aus privat gegebenem Anlass – ich tippe mich gerade durch meine neue Bachelor-Arbeit – und weil ich weiß, dass viele da draußen demselben Phänomen immer und immer wieder begegnen, muss es an dieser Stelle hier einmal deutlich gesagt werden: Erste Seiten sind fies!

Sie sind in der Lage, erwachsene Männer in Panik zu versetzen und können ein Leben auf unschöne Art beeinflussen. Diese Angst kann so weit gehen, dass man freiwillig Jahr für Jahr Studiengebühren zahlt, nur um das Problem noch ein bisschen aufschieben zu dürfen.

Jeder kennt es: Man sitzt vor einem fiktiven weißen Blatt Papier und fragt sich, was um alles in der Welt man da jetzt Kluges draufschreiben soll?! Die einzige Strategie, die gegen so eine miese, fiese erste Seite hilft, ist sie vollzutippen.

Fang einfach an! Sei dir bewusst, dass du den Schmarrn nachher ganz einfach wieder löschen kannst und es niemand jemals erfahren wird! Irgendwann wird dein erster sinnvoller Satz dabei herauskommen – et voilà! Da hast du deinen Ansatzpunkt!

Dabei ist es egal, ob du eine wissenschaftliche Arbeit, eine Kurzgeschichte, ein Gedicht oder einen Brief schreibst – entscheidend ist, dass du zumindest irgendetwas niederschreibst.

Denn die Erfahrung lehrt: Ist die miese, fiese erste Seite mal bezwungen, fällt es ungemein leichter sitzen zu bleiben und dein Projekt zu beenden.

In diesem Sinne füllt eure erste Seite!

Share on FacebookShare on Google+Pin on PinterestTweet about this on TwitterEmail this to someone

Rezension zu Sebastian Fitzek: Das Paket

Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt (…) Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt … (Klappentext, Sebastian Fitzek, Das Paket)

Hervorragend geschrieben, spannend ab der ersten Seite und ein Grund den Haushalt zu vernachlässigen!

Das Paket war mein erstes Buch von Fitzek – und es war ein Volltreffer! Nicht nur ist es wortgewandt und stilistisch einwandfrei verfasst, es hat auch alles, was man sich von einer guten Geschichte wünscht. Die Wendungen waren nicht leicht vorherzusehen und die Szenen gekonnt miteinander vernetzt.

Fitzek zieht den Leser in die Gedankenwelt der jungen Emma und schildert all ihre Ängste und Einbildungen so glaubhaft, dass man zwischendurch selbst nicht mehr weiß, ob man noch richtig tickt … macht aber nichts, da man es ohnehin nicht schafft das Buch wegzulegen, um sich aus dem Lesesessel zu erheben.

Ein großes Lob auch an das Cover. Endlich einmal wirklich kreativ und anders gestaltet, ganz passend zum Thema des Buches. So etwas hat man gerne im Regal stehen!

Mein Fazit: Wer es noch nicht zuhause hat, sollte das ganz schnell ändern!

Für alle Schreibinteressierten: Das Paket eignet sich auch hervorragend um Spannungsaufbau, Cliffhanger und literarische Adrenalinkicks am praktischen Beispiel zu studieren. Fitzek macht das großartig!

 

Share on FacebookShare on Google+Pin on PinterestTweet about this on TwitterEmail this to someone

Endlich ist es soweit ….

…ich präsentiere voller Stolz:

Sie wollten mir mein Lachen nehmen. Frauenalltag im Krieg. Gertrude Waindinger.

Sie wollten mir mein Lachen nehmen.: Frauenalltag im Krieg. von [Weithofer, Monika]Während ihre Männer in den Krieg zogen, kämpften die Frauen Wiens an ihren eigenen Fronten. Die Biographie Gertrude Waindingers erzählt von einer gewöhnlichen jungen Frau und von einem Dasein zwischen pfeifenden Bomben, hungernden Kindern und der Ohnmacht gegenüber einer tödlichen Welt.
Ein biographischer Roman der besonderen Art.

Um zu lesen klicke hier!

Die Biographie meiner Urgroßmutter niederzuschreiben, war für mich ein ganz besonderes Projekt. Nicht nur fällt es jetzt leichter, sie so wie sie war in Erinnerung zu behalten, sondern vielleicht kann ihr Leben jetzt auch andere Menschen so inspirieren, wie sie Zeit ihres Lebens immer mich inspiriert hat.

Ich wünsche spannende Lesestunden
und sage Danke für alles Urlioma!

Share on FacebookShare on Google+Pin on PinterestTweet about this on TwitterEmail this to someone